Blattläuse bekämpfen: 18 natürliche Hausmittel gegen Blattläuse

0
Blattläuse bekämpfen - mit natürlichen Hausmitteln

Du kannst Blattläuse natürlich bekämpfen – ganz ohne Nebenwirkungen. Es gibt einige Hausmittel die gut für die Umwelt sind, Blattläuse bekämpfen und Geld sparen.

Welche das sind und wie du Schritt für Schritt gegen Blattläuse im Einklang mit der Natur vorgehst, erfährst du in diesem Artikel.

Was sind Blattläuse?

Doch zuerst einige Infos zu den lästigen Schädlingen. Blattläuse gehören zu den Pflanzenläusen. Das sind kleine Insekten, die sich vom Pflanzensaft ernähren. Es gibt verschiedene Arten wie Wollläuse, Schmierläuse, schwarze, weisse, grüne Blattläuse und viele andere. In Mitteleuropa leben etwa 850 Arten. Die meisten Blattlausarten können nicht fliegen. Wenn jedoch die Population an einer Pflanze zu groß wird, bilden sich geflügelte Nachkommen, die vom Wind oft bis zu 30 Kilometer weit getragen werden, um sich dann auf einer anderen Pflanze niederzulassen und zu vermehren.
Wenn sich auf dem Balkon plötzlich Ameisen tummeln, kann das ein Zeichen für einen Blattlausbefall deiner Pflanzen sein. Dann solltest du sowohl Zierpflanzen, wie auch Kräuter auf Blattläuse untersuchen, denn Ameisen ernähren sich von den Honigtauausscheidungen der Blattläuse. Ameisen melken die Läuse und beschützen sie auch vor Feinden.

Was passiert, wenn ich die Pflanze nicht behandle?

Als Beispiel nehmen wir einen Zitronenbaum, der von der Schildlaus befallen ist.
Das sind saugende Insekten, die sich mit einem Schild schützen. Sie saugen die Blätter der Pflanzen an, nehmen den Pflanzensaft auf, verdauen ihn und scheiden eine klebrige Masse aus, die sich auch Honigtau nennt, da hier viel Zucker enthalten ist. Die Pflanzensäfte, die aus der Pflanze austreten sind auch klebrig. Man merkt das an den klebrigen Blättern, sowie auch am Fußboden, denn der ist dann auch klebrig. Das ist dann schon fortgeschrittenes Stadium. Die Blätter werden dann gelblich und sind nicht mehr so kräftig im Wuchs.
Dieser viele Zucker führt auch dazu, dass sich im Schlepptau der Schildläuse auch Pilze ansiedeln. Das führt dann zu einem schwarzen Belag, dem sogenannten Rußtau.
Die Pflanze ist jetzt richtig gefährdet.
Pflanze in einen gesonderten Raum stellen, am besten draussen, wo keine anderen Pflanzen in der Nähe stehen und sofort behandeln!

Doch nun zur eigentlichen Frage: Welche Mittel gibt es um den Blattlausbefall ohne Chemiekeule zu behandeln?

Die besten Hausmittel gegen Blattläuse

 

Blattläuse mit Neemöl natürlich bekämpfen

Eines der besten natürlichen Mittel gegen alle Blattläuse ist das Neemöl. Verdünne 3ml Neemöl auf 3 Liter warmes Wasser und sprühe die befallenen Pflanzen ein.
Man kann auch Steinmehl dazu geben (erhöht die Haftung auf den Pflanzen), sowie effektive Mikroorganismen (stärkt die Pflanzen).

Das Neemöl riecht etwas unangehehm und den Geruch nimmt man noch 6 bis 8 Stunden nach dem Einsprühen wahr.

Rapsöl vertreibt Blattläuse ohne Chemie

Du kannst Blattläuse bekämpfen indem du die befallene Pflanzen mit Rapsöl besprühst.
Das Mischungsverhältnis liegt bei 70% Wasser und 30% Öl. Du kannst auch dünner mischen (weniger Öl).

  1. Zur Blattlausbekämpfung gießt du in fünf Liter Wasser 90 Milliliter Rapsöl.
  2. Gibst du ein paar Spritzer Spülmittel dazu. Das bewirkt, dass sich das Öl mit dem Wasser vermischt. Dann rührst du gut um.

Rapsöl ist ein Kontaktmittel, wirkt nur bei Erwachsenen Blattläusen. Diese können dann nicht mehr atmen und sterben ab. Das Gelege und die Eier von den Blattläusen können noch überleben. Deswegen einmal wöchentlich behandeln und das 3 bis 4 Mal wiederholen, bis die Pflanze frei von den Läusen ist.

Es ist wichtig, die Blattober- und Unterseite netzend naß zu besprühen, da sich die Läuse auch unter den Blättern verstecken können.

Jungpflanzen, Blüten und frische, zarte Blätter solltest du möglichst nicht besprühen, da sie durch den Ölfilm Schaden davon tragen können. Außerdem solltest du die Pflanze nicht öfter als vier Mal spritzen. Die Anwendung erfolgt am besten abends, da die Ölschicht die Wachsschicht der Blätter löst. Diese Schicht dient der Pflanze als Verdunstungsschutz. Würdest du die Behandlung in praller Sonne vornehmen, könnte sich die Pflanze selbst nicht mehr gegen Austrocknung durch das Sonnenlicht schützen. Die Schutzschicht kann sich relativ schnell wieder regenerieren. Wenn möglich, stell die behandelte Kübelpflanzen, für die Zeit der Behandlung, an einen etwas schattigeren Platz.

Rapsöl und Zimmerpflanzen

Bei kleineren Zimmerpflanzen, wie z.B. Orchideen, kannst du Wattestäbchen in Speiseöl tunken und Schildläuse damit bestreichen. Diese ersticken dann unter den Schildern und nach 2-3 Tagen kann man sie dann leicht abtragen. Befallene Pflanze immer von den anderen entfernen, sonst infizieren sich auch gesunde Pflanzen mit den Schildläusen. Die Pflanze auf ein Stück Papier oder Küchenrolle hinstellen, sonst hast du die Auscheidungen von den Läusen am Fensterbrett und das kriegst du mit einem Lappen schlecht weg.

Mit Brennesselsud gegen Blattläuse

Brennesseln eignen sich nicht nur zum Düngen,aus dieser oft verkannten Nutzpflanze kann auch ein sehr effektives Hausmittel gegen Blattläuse hergestellt werden. Dazu benötigst du frische Brennnesseln.

  • Für den Brennesselsud gegen Blattläuse brauchst Du einen halben Eimer voll Brennesseln.
  • Den Eimer mit Wasser auffüllen, abdecken und an einen sonnigen Platz stellen.
  • Für ca. eine Woche stehen lassen. Alle 2 Tage mit einem Stock umrühren und nach einer Woche abseihen.
  • Diesen fertigen Sud kann man als Dünger verwenden. Damit werden die Pflanzen gestärkt.
  • Oder die befallene Pflanze damit besprühen, dient auch zur Abwehr gegen Blattläuse.

Tipp: Wenn dich der unangenehme Geruch stört, streust du eine Hand voll Gesteinsmehl in die gärende Brühe.

Rhabarberblättersud

  • Rhabarberblätter (500g) klein schneiden
  • 3 l Wasser dazugeben
  • für 24 Stunden ziehen lassen.

Den Sud noch einmal aufkochen lassen und 15 Minuten stehen lassen. Siebe alles ab und fertig ist der Rhabarbersud!
Dieser Sud wirkt gut bei schwarzen Blattläusen, die zum Beispiel am liebsten die Schneeballhortensie oder manche Rosenarten befallen.

Mit Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) Blattläuse bekämpfen

Ackerschachtelhalm wirkt auch als Brühe sehr gut gegen Blattläuse. So machst du die Brühe:

  1. Für eine Brühe aus Ackerschachtelhalm gibst du, entweder 500 Gramm frisches Zinnkraut, oder 80 Gramm getrockneten Schachtelhalm, in 5 Litern Wasser in einem Eimer  und lasst diesen 24 Stunden stehen.
  2. Danach füllst du die benötigte Menge in einen Topf und kochst den Inhalt halbe Stunde lang.
  3. Nach dem Kochen gieße bitte den Sud durch ein Sieb und fange ihn in einem weiteren Eimer auf.
  4. Wenn die Schachtelhalmbrühe abgekühlt ist, mische sie mit der fünffachen Menge Wasser. Die Brühe ist jetzt einsatzbereit.
  5. Die von Blattläusen befallenen Pflanzen besprühst du gründlich von allen Seiten. Auch die Erde darfst du damit gießen.
  6. Um die Pflanzen zuverlässig zu schützen, wiederhole bitte die Prozedur alle zwei bis drei Wochen.

Bekämpfung mit Oregano

  • Du benötigst entweder 100 Gramm frischen Oregano oder 10 Gramm getrockneten Oregano.
  • Gieße die Blätter mit kochendem Wasser wie einen Tee auf und lass die Brühe für 15 bis 20 Minuten ziehen.
  • Die Pflanzenreste anschließend absieben und den Sud im Verhältnis 3:1 mit Wasser verdünnen.

So kannst du das Mittel gegen die Schädlinge ausbringen und die befallenen Stellen damit besprühen.

Rainfarn-Brühe

  • 500 Gramm frisches oder 30 Gramm getrocknetes Kraut über 24 Stunden in 10 Liter Wasser eingeweichen.
  • Verdünne bitte die Brühe anschließend mit 20 Litern Wasser.

Befallene Stellen damit besprühen.

Wermut-Tee

Ein Wermut-Tee hilft nicht nur gegen Blattläuse, sondern auch gegen andere saugende und fressende Ungeziefer.

  • 100 Gramm frische oder 10 Gramm getrocknete Wermutblätter (Artemisia absinthium) mit einem Liter kochendem Wasser überbrühen
  • nach 24 Stunden durch ein feines Sieb abgeseihen.

Du kannst den Tee unverdünnt gegen Blattläuse anwenden.

Adlerfarn-Brühe

Ein Kilogramm des Farnlaubs mischst du zusammen mit zehn Litern Wasser.

Die Brühe kann anschließend unverdünnt gegen Blattläuse gespritzt werden und ist besonders für Zimmerpflanzen geeignet. Da diese Brühe sehr kalihaltig ist, werden die Pflanzen gestärkt wie bei der Anwendung eines Düngers.

Kaffee

Blattläuse bekämpfen klappt auch mit Kaffee. Dazu außreichend Kaffee kochen, und abkühlen lassen. Am besten füllst du den Kalten Kaffee in die Sprühflasche und besprühst damit die Blattläuse.

Steinmehl

Fein gemahlenes Steinmehl eignet sich auch als Mittel gegen Blattläuse. Du stäubst die Blätter der Pflanzen damit. Diese hauchdünne Schicht verstopft bei Blattläusen und auch bei Spinnmilben die Atemwege, so verziehen sich die Schädlinge meist sehr schnell. Dieses aufgebrachte Steinmehl versorgt die Pflanze mit Mineralstoffen. So wird die Blattstruktur der Pflanze auch gestärkt.

Seifenlauge gegen Blattläuse

  1. Für eine Kali-Seifenlauge (ohne Duftstoffe) löst du 20 Gramm Kali-Seife in einem Liter lauwarmen Wasser auf (oder halbes Schnapsglas Spülmittel auf 1l Wasser).
  2. Dann füllst du die Lösung in eine Sprühflasche und spritzst die befallene Pflanze von allen Seiten (besonders auch an der Blattunterseite) tropfnass.
  3. Wenn du keine Schmierseife ohne Zusätze (Kaliseife) bekommst, dann kannst du auch eine herkömmliche Schmierseife nehmen.

Essigwasser

Essig gegen Blattläuse ist ein gutes Hausmittel um die saugenden Insekten an Rosen zu bekämpfen.

  • Dazu gibst du ½ Liter Essig (Haushaltsessig 5%) auf 4,5l Wasser
  • und drei bis vier Spritzer Spülmittel.

Du kannst auch eine kleinere Mischung nehmen (100 Milliliter Essig mit einem Liter Wasser füllen) und das Ganze füllst du in eine Sprühflasche.
Die Pflanze bespritzst du von allen Seiten mit dem Essigwasser tropfnass. Die Erde darfst du auch mit dem Wasser gießen.
Achtung: Wenn viele Jungtriebe vorhanden sind, solltest du zunächst mit einer schwächeren Lösung beginnen, um sicherzustellen, dass die feinen Blätter nicht verbrennen.
Den Rosenstrauch solltest du von allen Seiten gut besprühen. Diese Prozedur solltest du nach 2-3 Tagen wiederholen.

Zwiebelsud

  1. Dazu schneidest du eine große Zwiebel klein und gibst die Stücke in einen Topf.
  2. Den Topf füllst du mit Wasser auf und bringst das Ganze zum Kochen.
  3. Der Sud sollte cirka 20 – 30 Minuten auf dem Herd ziehen.
  4. Wenn der Zwiebelsud abgekühlt ist, gießt du ihn durch ein Sieb in eine Sprühflasche.
  5. Mit dem Zwiebelwasser sprühst du die betroffenen Pflanzen von allen Seiten gut ein.
  6. Dieses Hausmittel ist sehr beliebt, da es sich sowohl für Zierpflanzen, wie auch für Nutzpflanzen eignet. Es befreit Rosen gründlich von Blattläusen, sowie auch Paprikapflanzen.

Schwarzer Tee

Die Sauginsekten lassen sich auch mit schwarzem Tee effektiv ausrotten.

  • Um Tee als Hausmittel gegen Blattläuse einzusetzen, hänge bitte zwei Teebeutel schwarzen Tee in eine Kanne und übergieße sie mit einem Liter kochenden Wasser.
  • Den Tee lasst du bitte 15 Minuten lang ziehen, dann kannst du die Beutel entfernen.
  • Abgekühlten Tee füllst du in eine Sprühflasche und besprühst die Pflanzen von allen Seiten damit.

Knoblauchsud

  • Bei geringem Befall steckst du bitte neben jeden Pflanzenstiel eine geschälte Knoblauchzehe in die Erde. Die Zehe sollte zur Hälfte aus dem Boden herausschauen, damit sich ihre ätherischen Öle auch in der Luft rund um die Pflanze verteilen.
  • Eine weitere Variante des Hausmittels besteht in Form eines Knoblauchsuds. Um den Sud anzusetzen, halbierst du drei große Knoblauchzehen und übergießt diese mit einem Liter Wasser kochendem Wasser. Jetzt muss der Sud mindesten eine Stunde lang ziehen, dann kannst du den Knoblauchsud durch ein Sieb gießen und in eine Sprühflasche füllen. Die betroffenen Pflanzen besprühst du von allen Seiten (auch von unten) mit dem Knoblauchwasser und alle paar Tage wiederholst du das, bis die Pflanze frei ist von den Schädlingen.

Milch

  • Mische bitte 200 Milliliter Wasser mit 100 Milliliter Milch und gib alles in eine Sprühflasche.
  • Besprühe damit die befallenen Pflanzen von allen Seiten, bis sie tropfen.
  • Achte dabei besonders auf Blattansätze, Blattunterseiten und neue Triebe. An diesen Stellen siedeln sich Blattläuse besonders gerne an.
  • Sollte das einmalige Spritzen nicht ausreichen, kannst du die Prozedur nach ein paar Tagen wiederholen.

Mit Nützlingen Blattläuse bekämpfen

Biologische und natürliche Feinde der Blattläuse sind:

Marienkäfer

Der Marienkäfer und seine Larven ernähren sich von den Blattläusen, daher können sie ganze Völker und Stämme der Blattlaus vernichten.
Du kannst in manchen Geschäften Marienkäfer in Tüten kaufen und vorsichtig am Stamm der Pflanze ausbringen. Oder noch besser sind die Larven, die du auch im Handel bekommst.

Achtung: Da sich die Ameisen mit Marienkäfern nicht vertragen, solltest du die Ameisen von der Pflanze entfernen, bevor die Marienkäfer zum Einsatz kommen.

  • Florfliegen kannst du im Larvenstadium oder als Eier erwerben. Weil die aus den Eiern schlüpfenden Larven sehr klein sind und somit im Freiland eine leichte Beute darstellen, sind sie eher für das Gewächshaus geeignet. Im Allgemeinen sind Florfliegenlarven sehr gefräßig und machen sich nicht nur über Blattläuse her, sondern greifen auch andere Pflanzenschädlinge an.
  • Gallmücken werden erst in der Dämmerung aktiv. Sie werden im Puppenstadium angeboten. Aus den Puppen schlüpfen nach wenigen Tagen Gallmücken.

Weiße Fliege

Läuse auf Tomaten oder Paprika werden am Besten mit der weissen Fliege bekämpft. Da gibt es eine eigene Schlupfwespen. Die wird in einem Karton geliefert, was man in die Pflanze hineinhängt. Die Puppen schlüpfen, besiedeln die Pflanze und holen sich die Eier der Blattlaus.

Larven der Schwebfliege

Ohrwürmer / Ohrkneifer

Ohrkneifertopf bauen, mit Stroh anfüllen und in die Baumkrone aufhängen. Ohrkneifer fressen Blattläuse und sind nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich an dunklen Stellen.

Meisen

Die kleinen Vögel merken sich, wer sie im Winter mit Meisenknödeln und Essen versorgt. Wenn du ihnen außerdem im Frühjahr Meisenkästen als Nistmöglichkeit anbietest, werden diese nützlichen Vögel mit Freuden in deinem Garten einziehen. Selbstverständlich grasen sie dann auch bei der Futtersuche deine Sträucher und Gehölze nach Blattläusen ab.

Es gibt auch andere Methoden, die sich als nützlich erweisen bei der Blattlausbekämpfung wie zum Beispiel:

  • mit Wasserstrahl betroffene Stellen abwaschen
  • mit Wasserdampf (wirkt nicht bei allen Blattlausarten)
  • Föhngerät
  • ätherischen Ölen
    • 5 Tropfen Pfefferminzöl auf 1 l Wasser verteilen und damit die befallene Pflanze einsprühen.
    • 10 Tropfen Teebaumöl auf 100 ml Wasser

Mit diesen Tipps solltest du ohne Probleme Blattläuse bekämpfen können. Hast du Erfahrungen oder weitere Hausmittel? Dann teile sie uns in den Kommentaren mit.

No comments

Empfohlene Beiträge